Die Arbeitnehmerveranlagung erfolgt seit 2017 antragslos. Was aber ist jedoch zu tun, wenn man zusätzliche Ausgaben absetzen möchte oder die Arbeitnehmerveranlagung berichtigen muss?

Die Arbeitnehmerveranlagung kommt automatisch

Um den Verwaltungsaufwand der jährlichen Arbeitnehmerveranlagung zu minimieren, wurde vom Bundesministerium für Finanzen die antragslose Arbeitnehmerveranlagung eingeführt. Diese erfolgt erstmalig in der zweiten Jahreshälfte 2017 für das Jahr 2016 von Amts wegen, das heißt ohne Abgabe einer Steuererklärung.

Durch die antragslose Arbeitnehmerveranlagung erhalten Steuerzahlerinnen und Steuerzahler unter bestimmten Voraussetzungen seit dem zweiten Halbjahr 2017 eine Steuererstattung– unabhängig von einem Antrag auf Arbeitnehmerveranlagung. Betroffen sind Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die bis Juni 2017 keine Steuererklärung für das Veranlagungsjahr 2016 abgegeben haben. Auf diese Weise wird zu viel einbehaltene Lohnsteuer automatisch refundiert oder ein Alleinverdiener/Alleinerzieherabsetzbetrag oder Sozialversicherung erstattet.

Jedoch wird nur ein Bruchteil der Daten automatisch übermittelt, sollten Sie für das betreffende Kalenderjahr darüber hinausgehende Ausgaben getätigt haben, wie Kosten für Aus- und Fortbildung, Arbeitsmittel, Umschulungen, Computer, doppelte Haushaltsführung, Fachliteratur, Gewerkschaftsbeiträge, Sprachkurse, Studienreisen, etc. dann empfiehlt es sich professionelle Unterstützung zu holen, um für Sie den größtmöglichen Effekt zu erzielen.

Sonderausgaben werden gemeldet

Ab dem Veranlagungsjahr 2017 werden Spenden und Kirchenbeitrag übermittelt. Daher liefert die antragslose Arbeitnehmerveranlagung ab 2017 für viele bereits ein richtiges Ergebnis.

Korrektur der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung

Was aber ist zu tun, wenn die antragslose Arbeitnehmerveranlagung nicht stimmt? Hier muss man zwei Fälle unterscheiden.

Gemeldete Spenden oder Kirchenbeitrag stimmen nicht:

Auf dem Steuerbescheid finden Sie, welche Spenden und Kirchenbeitrag berücksichtigt wurden. Fehlen hier Beträge, muss man sich direkt an die meldende Stelle (z.B. Spendenorganisation) wenden und diese berichtigen lassen. Nur diese kann den korrekten Betrag mit Namen laut Meldezettel und Geburtsdatum nachmelden. Wenn korrekt nachgemeldet wurde, kann man eine eigene Arbeitnehmerveranlagung übermitteln und diese absetzen.

Sonstiger Korrekturbedarf:

Die antragslose Arbeitnehmerveranlagung kann innerhalb einer Frist von fünf Jahren durch die Einbringung einer Steuererklärung für das betreffende Jahr aufgehoben werden. Sollte daher eine antragslose Arbeitnehmerveranlagung erfolgt sein, können Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen etc. auch nachträglich über eine Steuererklärung berücksichtigt werden. Ihr Recht, derartige Abzugsposten geltend zu machen, bleibt daher auch nach einer antragslosen Arbeitnehmerveranlagung unverändert bestehen.

Was jedenfalls zu beachten ist:

Zusätzliche steuerpflichtige Einkünfte führen zu einer Pflichtveranlagung, die durch eine antragslose Arbeitnehmerveranlagung nicht ersetzt wird. In diesem Fall muss man eine Steuererklärung wie gehabt abgeben.